ORGANOBALANCE GmbH - Novozymes Germany

Produktion: Etablierung von skalierbaren Produktionsprozessen im Pilotmaßstab

Produktion im industriellen Maßstab durch Lohnproduzenten

Forschungsschwerpunkte: Screening von wirkspezifischen Probiotika/Mikroorganismen
Entwicklung von Produktionsstämmen für ausgewählte Carbonsäuren, Vitamine, Isoprenoide/Terpenoide, Enzyme

Dienstleistungen/Sonstiges: F&E-Kooperationen: Screening wirkspezifischer Probiotika/Mikroorganismen
Stammentwicklungsanalytik (mikro,- molekularbiologisch, chemisch)
Prozess- und Verfahrensentwicklung / -optimierung
Optimierung der Proteinexpression und -sekretion bei Hefen

  • Mitarbeiterzahl

    35
  • Ausrichtungen
    • Auftragsforschung
    • Lohnhersteller / Produzenten
  • Gegründet

    2001
  • Aktualisiert am

    20.11.2017

Backhefe als Alternative

Medikamente aus Tieren und Pflanzen: Backhefe als Alternative Der für Hautpflege und medizinische Anwendungen wichtige Wirkstoff Squalen muss nicht wie bisher aus Haifischleber gewonnen werden. Er kann auch mit Hilfe von Hefen hergestellt und natürliche Ressourcen dadurch geschont werden. Das gilt auch für Duftstoffe aus Walfett und pharmazeutisch wirksame Stoffe aus Pflanzen. Darauf hat die Berliner Wissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Lang auf der internationalen Jahreskonferenz Mikrobiologie in Liverpool hingewiesen. Auch Produkte, für deren Herstellung bislang fossile Rohstoffe oder andere nicht nachhaltige Quellen genutzt werden, können alternativ mit Hilfe von Bakterien und Hefen in mikrobiologischen und biotechnologischen Verfahren entstehen. Durch diese so genannte industrielle oder weiße Biotechnologie werden begrenzt vorhandene Rohstoffe optimal genutzt und zugleich Natur und Umwelt geschont, so Lang, die auch Vorsitzende des Bioökonomierates der Bundesregierung ist. Dies sei das Ziel von Biotechnologie und Bioökonomie. Als Beispiel neben Squalen und anderen Terpenen nannte Christine Lang Bernsteinsäure, die mit Hilfe von Backhefe-Stämmen aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und als Ausgangsstoff für Kunststoffe genutzt wird. Wie bei der Herstellung von Bernsteinsäure benötigten zahlreiche herkömmliche chemische Synthesen hohe Temperaturen mit einem hohen Energieverbrauch und umweltschädlichen Lösungsmitteln. "Hier bieten biotechnologische Herstellungsverfahren in Hefen oft eine Ressourcen schonende und kostengünstige Alternative." Christine Lang ist Geschäftsführerin des Berliner Biotechnologie-Unternehmens Organobalance GmbH, das über mehr als 8.000 Hefe- und Milchsäurebakterienstämme verfügt. Hier wurden bereits natürliche Wirkstoffe gegen bakterielle Erkrankungen wie Karies sowie Magen- und Darmerkrankungen gefunden.

Viele Seifen und Cremes bringen Hautflora aus der Balance

Die Berliner Mikrobiologin Prof. Dr. Christine Lang warnt vor den Folgen von Kosmetik und übertriebener Hygiene. Das Magazin "Focus Gesundheit" zitiert die Geschäftsführerin der Berliner Organobalance GmbH in seiner aktuellen Ausgabe: "Wir Menschen cremen und pflegen die Haut, aber ignorieren die Mikroorganismen, die darauf leben." Dabei habe eine gesunde Hautflora wesentlich mehr positive Wirkung auf den Gesundheitszustand eines Menschen, als künstliche oder chemische Pflegeprodukte. Christine Lang sagt in dem Beitrag weiter: "Gedankenlos benutzen wir antibakterielle Seifen und Desinfektionssprays, wodurch wir die Hautflora völlig aus der Balance bringen". Eine Hautpflege, die den natürlichen Gegebenheiten der Haut gerecht wird, müsse auf Basis eben dieser Gegebenheiten entwickelt und produziert werden, so Lang. Mit ihrem eigenen Unternehmen untersucht sie seit mehr als zehn Jahren positive, probiotische Wirkungen natürlicher Hefen und Milchsäurebakterien auf Immunsystem, Magen, Darm, Haut und Zähne von Menschen. Organobalance verfügt über eine Sammlung mit mehr als 8.000 solcher Hefestämme und Milchsäurebakterien. Bei einigen davon konnte bereits eine heilende oder vorbeugende Wirkung gegen Karies oder Magenerkrankungen nachgewiesen werden. Gleiches gilt für Bakterien, die helfen den natürlichen Schutzmantel der Haut zu erhalten. Darüber hinaus werde man in Zukunft "auch an medizinischen Mikroben-Duschgels oder -Deos arbeiten, die gezielt gegen jene Bakterien angehen, die schlechten Körpergeruch oder eine unreine Haut verursachen", so Christine Lang. Dabei sei es stets wichtig, andere Bakterien, die viele positive Eigenschaften für den Menschen haben, nicht zu gefährden. Viele Seifen, Cremes und Sprays vernichten nach ihrer Beobachtung nicht nur schädliche Bakterien, sondern auch solche, die von Natur aus im Körper und auf der Haut vorkommen und diese schützen.

Deutsch-Französischer Workshop: Ersatz fossiler Rohstoffe

Biotechnologie für einen Umbau des Wirtschaftssystems Kunststoffe aus Hefe oder Wirkstoffe aus Milchsäurebakterien sollen in Europa schon bald Alltag werden. Dafür hat sich die Vorsitzende des Bioökonomierates der Bundesregierung, Prof. Dr. Christine Lang, bei einem deutsch-französischen Symposium in Berlin ausgesprochen. Das Ziel von Bioökonomie sei nicht weniger als der Umbau des Wirtschaftssystems durch den weitgehenden Verzicht auf den Einsatz fossiler Rohstoffe. "Wir haben noch längst nicht alle Mechanismen der Natur erkannt", erklärte Christine Lang. "Aber das, was wir wissen, können und sollten wir schon heute in großem Umfang nutzen und umsetzen.“ Und das bedeute, nachwachsende Rohstoffe als Basis für die wirtschaftliche Umsetzung in Produkte zu nutzen, die bisher noch gar nicht verfügbar sind oder aus Erdöl und anderen fossilen Rohstoffen entstehen. Der Biotechnologie komme dabei eine wichtige Rolle zu. "Sie ist der Treiber der Innovation in der Bioökonomie", so Prof. Lang, die mit der Organobalance GmbH in Berlin selbst ein Biotechnologieunternehmen führt. Dort haben Wissenschaftler unter anderem herausgefunden, wie mit Hilfe von Mikroorganismen natürliche Bernsteinsäure für biologische Kunststoffe entsteht. "Chemie muss mit biologischen und biotechnologischen Prozessen neu gedacht werden, denn daraus können völlig neue Produkte und Materialien entstehen", so Christine Lang. Beispiele wurden bereits im Sommer 2013 bei der Vorstellung der Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung präsentiert, eine Motorabdeckung aus biologischem Kunststoff etwa, oder ein Kleid, das zu einem Fünftel aus Milchproteinen entstand. An dem bilateralen Symposium unter dem Titel "Perspektiven der wissensbasierten Bioökonomie: Herausforderungen und Lösungen für die Zukunft" nahmen neben Wissenschaftlern und Mitgliedern des Bioökonomierates Vertreter von Wirtschaft und Politik aus Deutschland und Frankreich teil. Organisier