Deutsche Messe AG 25. Januar 2018

Lass das mal den Robo machen!

Was aktuell im "Lab of the future" der Technischen Universität Berlin geschieht, halten nicht wenige für eine Revolution in der Bioprozess-Technologie: Wichtige Prozessschritte sollen von Robotern durchgeführt werden, die durch intelligente Computersysteme gesteuert werden.

Die TU Berlin, die auf der vergangenen LABVOLUTION unter anderem mit dem Einwegbioreaktor Cell-tainer für Aufsehen sorgte, untersucht derzeit im "Lab of the future" am Fachgebiet Bioverfahrenstechnik, wie sich Entwicklungszeiten zur Herstellung von Medikamenten und anderen biologischen Produkten drastisch verkürzen und Kosten extrem senken lassen. Möglich werden soll dies durch die vollständige Digitalisierung der Prozesse. Bislang ist die Entwicklung von neuen Prozessen zur Herstellung von Antibiotika oder Krebsmedikamenten langwierig und teuer. "Zehn bis 15 Jahre vergehen heute, bis ein neues Produkt auf dem Markt ist, und Investitionen in Milliardenhöhe sind keine Seltenheit", erklärt Prof. Dr. Peter Neubauer, Leiter des Fachgebietes Bioverfahrenstechnik. Er entwarf deshalb mit seinem Team ein Labor, in dem die Prozesse zur Entwicklung eines innovativen Bioprodukts vollständig automatisiert werden sollen. 

Alle manuell durchgeführten Laborarbeiten, auch die manuelle Planung und Auswertung der Experimente, sollen mit dem "Lab of the future" der Vergangenheit angehören. Im Zentrum des Labs stehen aktuell zwei Roboter, von denen einer für die gesamte Analytik zuständig ist und einer mit einem Minibioreaktorsytem mit 48 Kulturgefäßen - für welche die Kultivierungsbedingungen jeweils einzeln festgelegt werden können – für die Kultivierung der Zellen. So werden 48 voneinander unabhängige Experimente zur gleichen Zeit möglich - Kultivierung und Analytik sind im "Lab of the Future" nicht mehr zeitlich voneinander getrennt. 

Was im "Lab of the future" geschieht, hat nicht weniger zum Ziel, als die Bioprozesstechnologie zu revolutionieren. Dass Roboter heute in Laboren eingesetzt werden, ist nicht neu, doch dass diese nun mehr als nur einen Prozessschritt durchführen können, zeigt das Potenzial dieser Entwicklung. Bislang konnten Roboter entweder Zellen kultivieren oder Zellen zerstören, um an Inhaltsstoffe heranzukommen. Oder sie konnten lediglich Proben analysieren. Peter Neubauers Team aber verfolgt den Ansatz, all diese einzelnen Schritte in einem Roboter zu integrieren und diesen durch intelligente Computersysteme zu steuern. 

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